Album | Jupiter Jones „Das Gegenteil von Allem“ | ab heute im Handel erhältlich

Eigentlich ist zu Jupiter Jones schon alles gesagt worden. Im ersten Song, den sie irgendwann 2002 in ihrem verschwitzten Proberaum in der Eifel geschrieben und aufgenommen haben, liefern sie die Pointe ihrer Existenz gleich selbst: „Die Straße ist nicht immer eben – und gerad’ deswegen: Auf das Leben!“ Diese Worte, die mittlerweile Unterarme, Waden und andere anschauliche Körperteile junger Menschen schmücken, dienen auch den vier Typen auf der Bühne als Leitfaden für das, was sie da tun. Wie sie es tun, warum sie es tun.

Mit einem Anspruch auf Anspruch ohne Magisterhut, auf Unterhaltung ohne Pappnase und Rockshow ohne Publikumsdebilität. Aufgrund offenen Desinteresses von der Hamburger Schule geflogen, für die Frankfurter hat es nie gereicht, warum denn auch. Mit dem Mut zu einer deutschsprachigen Musik ohne Bierzelt und Trainingsjacke, für Menschen zwischen erstem Kuss und letztem Haar. Jupiter Jones teilen mit ihrem Publikum ein Unverständnis für stilistische Grenzen.

Selbst wenn der letzte Dorfgitarrist für sich und seine Crew die Schubladenfreiheit abonniert zu haben glaubt: wenn bei Jupiter Jones schon eine aufgemacht werden muss, dann soll sie für Punk, Rock, Indie und – oh ja! – Pop groß genug sein. Denn zwischen die kleinen Geschichten und die großen Hymnen passt immer noch ein Brecher.

Vier Typen, die eben jene Bezeichnung verdienen und die in ihrer Persönlichkeit unterschiedlicher nicht sein könnten, harmonieren in ihrer Musik vielleicht gerade aus diesen Differenzierungen heraus.

Kilometer fressende Auftritte von Anfang an, auf denen Bekannt- und Freundschaften geschlossen wurden, die heute noch anhalten und auch ohne Backstagebier und Gästelistenplatz funktionieren. Vom versifften Jugendzentrum zur großen Bühne führte der Weg über die nächste Nacht hinter dem Lenkrad, notfalls auch im Schneesturm. Authentizität ist spätestens seit der Fernsehexistenz von Musikjurys ein Bäh- Wort, aber das hier ist echt.

Jupiter Jones ist zum Lebensinhalt mutiert, hat Zeit und Geld gefressen und Glück geschissen, mit Verlaub, man entschuldige. Zwischen wirklich harter Arbeit und genügend Phlegma zur rechten Zeit. Zwei Bandbusse, bündelweise Nervenstränge, vereinzelte Lungenflügel und der ein oder andere Brocken Naivität mussten auf bisher 8 Tourneen durch Deutschland, Österreich und die Schweiz dran glauben. Vom Goethe- Institut nach Bulgarien auf Tour geschickt und in Ankara ein Festival bestritten, das die Endorphinbatterie für einen ganzen Sommer versorgt hat.

Das Jahr 2011 hat die Band relativ unvorbereitet getroffen und seitdem gar nicht mehr von Wolke 7 runterkommen lassen: Majordeal, Chart- und Radiohit, größte Tour seither. Der im Radio meist gespielte deutschsprachige Song des Jahres war „Still“, Platin für die Single und Gold für das Album waren die Folge. Und ganz nebenbei: der Radio-ECHO 2012!

In den letzten 10 Jahren haben Jupiter Jones knapp 600 Konzerte gespielt; ein Demo, eine EP, eine Akustik- DVD/CD- Box und vier Studio-Alben veröffentlicht, das fünfte steht bereit: „Das Gegenteil von Allem“.

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Quelle: Sony Music | Promotion Werft