SINGLE | Clueso „Du warst immer dabei“ | im Handel

Ein besonderer Tag in Berlin. Clueso ist bei den Deutschrap-Produzenten Beatzarre und Djorkaeff (Sido, Capital Bra, Bushido u.a.) zu Gast: einfach mal Synergien checken und gucken, was zusammen funktioniert. »Das war unsere allererste Kennenlernphase, aber irgendwie haben wir dann gleich ein paar Songs zusammen geschrieben«, sagt Clueso lachend.

Einer dieser Songs war das früher im Jahr erschienene »Andere Welt« mit Capital Bra und KC Rebell. Die erste Idee zu »Du warst immer dabei «hingegen –der Song, um den es hier und heute gehen soll –wollte Clueso zuerst gar nicht weiterverfolgen. »Das war mir irgendwie eine Spur zu teeniehaft, zu Dur-lastig«, sagt er, »ich wollte lieber Moll und Wehmut.«

Das Besondere an Clueso ist aber nun, dass eine gewisse Spur Wehmut –man könnte auch sagen: Tiefgang –bei ihm automatisch im Lieferumfang enthalten ist. Und wenn man das dann entsprechend rauschhaft kontert, entsteht immer wieder außergewöhnliche Musik. Damals in Berlin sang Clueso jedenfalls spontan eine Melodiezum Instrumental und alle Beteiligten waren begeistert. Dem Sänger selbst war es aber immer noch: zu teeniemäßig. »Dann schreib’ doch einfach über etwas aus deiner Teeniezeit, das dich bewegt«, habe Vincent Stein aka Beatzarre dann gesagt, erinnert sich Clueso. Also sang er die Zeile: »Vieles war so schwer, manches so leicht, irgendwie warst du immer dabei.« Damit war der Weg frei. Plötzlich waren da wieder all diese Bilder:

Cluesos Jugend, die Neunziger in der ostdeutschen Provinz, die sogenannten Baseballschlägerjahre. Clueso war Skater, klaute Mercedessterne, baute Joints, wurde von Neonazis gejagt und spielte die ersten kleinen Konzerte. Zuhause stritten die Eltern. »Ich hatte nichts, niemand kam auf die Konzerte … Es gab da aber ein paar Leute, ohne deren Unterstützung ich es nie geschafft hätte«, erinnert Clueso sich. Und so wurde »Du warst immer dabei« zu einem Song, mehr noch: einer Hymne auf die Freundschaft.  Auf diese ganz besonderen paar Leute, die uns in dieser wahnsinnig wichtigen Phase der Adoleszenz begleitet haben, die in einer Zeit immer und überalldabei waren, als jeder Tag ein Abenteuer und absolut alles neu und aufregend war. Damals entstanden Freundschaften fürs Leben, mit Menschen, denen man nichts erklären muss. Schon gar nicht sich selbst. »Im Song geht es zwar um eine Person, aber beim Schreiben hatte ich fünf, sechs Leute im Kopf. Meinen Bruder zum Beispiel, aber auch einen sehr engen Freund von damals, dem es gerade nicht gut geht«, sagt Clueso.

Also singt er über den ersten Liebeskummer und all diese anderen einschneidenden, prägenden Erlebnisse, die uns irgendwann zu denen machen, die wir heute sind. Und über den besonderen Platz im Herzen, den jene, mit denen wir das alles durchlebt haben, automatisch haben. Auf alle Zeiten. Für immer…
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Quelle: Sony Music