ALBUM | Johnny Cash „Johnny Cash & The Royal Philharmonic Orchestra“ | ab heute im Handel erhältlich

Johnny Cash hatte wohl immer schon ein Faible für orchestrale Sounds. Sein Sohn John Carter Cash erinnert sich an einen Kinobesuch in den frühen 1980er Jahren. Auf der Leinwand lief ein James Bond-Film. Als die Musik zu „Goldfinger“ einsetzte, sagte der Vater zum Filius:Das ist das allerfeinste Orchester der Welt. Das ist das Royal Philharmonic Orchestra!

Rund 40 Jahre später werden nun ein Dutzend Songs der Country-Legende Johnny Cash in eben dieses neu arrangierte Sound-Gewand gehüllt: Das vom Sony-Katalog-Label Columbia/Legacy Recordings herausgegebene Album „Johnny Cash & The Royal Philharmonic Orchestra“ erscheint am 13. November auf LP und CD und auch digital.

Die ungewöhnliche Kollektion vereint nicht nur unsterbliche Klassiker wie „I Walk The Line“ und „Ring Of Fire“ oder Cash-Duette mit seiner Frau June Carter („The Loving Gift“), mit Bob Dylan („Girl From The North Country“), dem legendären Highwaymen-Quartett und dem inzwischen 82jährigen Gitarristen Duane Eddy, der für die aktuelle Version von „Farther Along“ nochmals famos in die Saiten griff. Alle Stücke erhielten hier auch einen derart frischen instrumentalen Touch, dass dessen sinfonische Farben völlig neue Sound-Reize offenbaren. Die tatsächlichen Aufnahmen des von Steve Sidwell dirigierten Orchesters erfolgten übrigens im berühmten Raum 2 der Londoner Abbey Road-Studios unter der Regie des Produzenten-Teams Don Reedman und Nick Patrick sowie John Carter Cash, der hier als Executive Producer fungierte.

Johnny Cash (1932-2003) hat in seiner rund 50 Jahre währenden Karriere stets Maßstäbe gesetzt, nicht nur im Genre der Country-Musik. Er war immer ein faszinierender Geschichtenerzähler, sang über alle denkbaren Facetten von Gott, vom (eigenen) Leben und der Liebe. Er begann in den legendären Sun-Studios von Memphis in den 1950ern als vom Rockabilly inspirierter Sänger und entwickelte danach seinen eigenen Musikstil. Er kreierte zahlreiche Song-Klassiker und großartige Alben, trat spektakulär vor Gefängnisinsassen auf, und erntete dann schließlich mit seinen „American Recordings“ ab Mitte der 1990er nochmals größten Zuspruch bei Kritikern und (auch einem jungen) Publikum.

Aus dem reichhaltigen Song-Fundus seines Vaters wählte John Carter Cash für dieses Projekt die Gesangsparts von zwölf tatsächlich Karriere-umspannenden Titeln aus. „Die tiefe Stimme meines Vaters hatte in gewisser Weise selbst immer etwas Orchestrales an sich. In seinem Timbre schwingen etwa vergleichbar Cello und Horn mit„, schreibt er in den Liner Notes zu diesem Album. „Wäre er heute noch unter uns und sollte ein Orchester auswählen müssen, es wäre mit Sicherheit das RPO gewesen. Er kannte dessen Arbeit und respektierte sie Zeit seines Lebens. Ich weiß, dass mein Vater extrem erfreut darüber wäre, dieses neue Album in dieser Form Realität werden zu lassen. Und auch ich selbst bin äußerst stolz darauf.

Zu Beginn ist „Man In Black“ zu hören, Johnny Cashs Trademark-Song, der im Original aus dem gleichnamigen Album von 1971 stammt. Das Traditional „Galway Bay“ offenbart seine Vorliebe für die Folk-Tradition Irlands, dem Land seiner Vorfahren. „Girl From The North Country“ entstand ursprünglich 1969 in überraschender Zusammenarbeit mit Bob Dylan für dessen Album „Nashville Skyline“. „I Came To Believe“, eine Solo-Aufnahme aus den 1980er Jahren, wurde erst 2006 posthum veröffentlicht. „The Gambler“ hat Cash 1978 noch vor der späteren Hit-Version von Kenny Rogers aufgenommen. „A Thing Called Love“, die Komposition des Gitarristen und Schauspielers Jerry Reed, war Titelgeber für ein Cash-Album von 1972. Im Jahr darauf erschien „A Loving Gift“ im Duett mit Ehefrau June Carter als Single. Sie wiederum war 1963 Co-Autorin des grandiosen Songs „Ring Of Fire“. Bei den Tracks „I Walk The Line“ und „Flesh And Blood“ wurden bisher unveröffentlichte Alternativ-Aufnahmen aus den Soundtrack-Sessions für den 1970er-Film „I Walk The Line“ verwendet.

In der sinfonischen Neuaufnahme des Songs „Farther Along“ wurde für den Gitarristen Duane Eddy tatsächlich nochmals ein Traum wahr. „In meiner Fantasie hab‘ ich mir immer vorgestellt, in Johnny Cashs Band zu spielen,“ sagt Eddy, heute 82. Luther Perkins, Cashs Gitarrist von 1954 bis 1968, war mehr oder weniger verantwortlich für das rhythmische „boom-chicka-boom“-Markenzeichen im typischen Cash-Sound. „Musikalisch gesprochen kamen wir aus der gleichen Nachbarschaft, den tiefen Saiten auf der Gitarre. Wir schafften es beide, einen eigenen Stil und Sound zu kreieren. Als Luther verstarb, hatte ich tatsächlich daran gedacht, Johnny anzurufen und ihn um den Job in seiner Band zu fragen. Ich hab es dann doch gelassen, es schien mir irgendwie zu anmaßend zu sein. Um so mehr freu‘ ich mich jetzt über diese späte Chance.

Den Abschluss dieses Song-Zyklus bildet „Highwayman“ aus der ersten von insgesamt drei Album-Zusammenkünften der Country-Outlaws Cash, Willie Nelson, Waylon Jennings und Kris Kristofferson als The Highwaymen. Für die Original-Komposition zeichnete 1977 Singer-Songwriter Jimmy Webb verantwortlich. Der Song avancierte zuerst zum Titeltrack eines Albums von Glen Campbell und inspirierte 1985 eben jenes Quartett zur Debüt-LP. Zitat Jimmy Webb: „Ich liebe das Original der Highwaymen, aber als Arrangeur hab‘ ich mich immer gefragt, wie es mit einem richtigen Orchester und üppigen Streichern geklungen hätte. Dank der Neueinspielung kann ich jetzt sagen, es klingt absolut imposant.

Album-Produzent Don Reedman meint: „Dieses Album mit meinem Co-Produzenten Nick Patrick zu realisieren, war eine echte Herzensangelegenheit. Johnny Cash war ein Mann großer Emotionen, und die Tiefe der von ihm gesungenen Lieder und die Botschaften darin berühren zu jeder Zeit aufs Neue.“ Nick Patrick ergänzt: „Seiner Stimme so nah zu sein brachte uns auch dem Künstler, dem Menschen immer näher. Es war eine atemberaubende Erfahrung. Wir danken der Cash-Familie aus tiefstem Herzen für ihr Vertrauen in uns.
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Quelle: Sony Music | Promoteam Schmitt & Rauch