ALBUM | Matthias Steiner „Zurückgeliebt“ | heute

Bambi, Bravo Gold-Otto & Co. hat er schon seit Jahren im Regal stehen – allerdings als Spitzensportler: In diesem Frühjahr startet der sympathische Gewichtheber-Olympiasieger Matthias Steiner musikalisch durch und veröffentlicht sein Debütalbum „Zurückgeliebt“. 

Schon im März hat der 34-Jährige mit der offiziellen Debütsingle „Zurückgeliebt“ einen unwiderstehlichen ersten Albumvorboten präsentiert – und steht nun also mit dem gleichnamigen ersten Longplayer in den Startlöchern: Das Album „Zurückgeliebt“ erscheint am 14. April 2017 bei Telamo. Sein Motto „Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum“ verwirklicht das ehemalige Schwergewicht damit nicht
………………………………………………………zum ersten Mal…

Auch am Mikrofon unglaublich talentiert, wenn er mal die Muskeln spielen lässt, mal ganz ruhige Töne anschlägt, zählen ganz klar Offenheit und Lebensnähe zu den Stärken von Matthias Steiner – das unterstreicht er z.B. mit einem absoluten Album-Highlight wie „Das Stärkste an mir bist du“. „Hab den Schrank voll Pokale“, berichtet er wahrheitsgemäß, um die ergreifende Pop-Hymne dann in eine Liebeserklärung zu verwandeln, die so nur ein Olympiasieger zum Besten geben kann, der auf dem Weg zum Erfolg auch immer wieder Rück- und Schicksalsschläge hinnehmen musste. Genauso aufregend arrangiert von seinen beiden Produzenten Rudolf Müssig und Christoph Leis-Bendorff, die beide schon etliche Größen mit Hits versorgt haben, ist auch die T! itelsingle „Zurückgeliebt“, mit der Steiners Longplayer beginnt: Episch und ergreifend, angetrieben von schwergewichtigen Rockgitarren, treffen auch hier große Popgesten auf satte Hooks und aufrichtige Worte des Olympiasiegers.

Genauso leinwandgroß, genauso emotional und persönlich ist die wunderschöne Ballade „Wir sind eins“, auf der Matthias Steiner die Beziehung mit seiner Ehefrau, der Moderatorin Inge Steiner, besingt, mit der er zwei Kinder hat. Gefangen im Stau, schließt er kurz die Augen, denkt über den Gang der Dinge nach, und erkennt: „diese wunderbare Frau/und ich denk mir/Wahnsinn/wir sind eins“. Der Wahnsinn ist dabei auch der Facettenreichtum dieses Erstlings: Einerseits gibt es da eine druckvolle Bluesrock-Nummer mit Humor und Augenzwinkern („Schuld ist immer nur der Trainer“), deren Refrain auch in jeder Stadionkurve funktionieren dürfte, oder auch die rockende Power-Hymne „Heut’ wer’ ma’s reiss’n“. Andererseits aber auch gewichtige Statem! ents in Mundart: „Treff’ ma’ uns in der Mitt’n“ ist ein sehr viel ruhigeres Plädoyer für mehr Entgegenkommen – „Denn der weiteste Weg/ist nur noch halb so lang/wenn man sich die Entfernung teilen kann.“

Neben weiteren optimistischen Feelgood-Songs wie „Uns bleibt unsre Liebe“ und einer Liebeserklärung wie „Ich geh mit dir“, adressiert der Ex-Profisportler neben der Liebe auch immer wieder andere Formen von Nähe und Zusammenhalt: „Sollte mir mal was passieren“ ist eine epische Bitte, im Fall des Falles „für die Meinen da zu sein“. Die Flüchtigkeit des Daseins ist auch das Thema von „Hotel Erde“, das die „vorübergehende Rast“ auf dem Planeten mit orientalischem Schwung umkreist. Wie viel Gefühl das Kraftpaket in seiner Stimme transportieren kann, unterstreicht Steiner nicht zuletzt mit der unter die Haut gehenden Ballade „Geborgte Engel“: „Vielleicht sind sie geborgte Engel/vom Himmel uns allen geliehen/sind sie ein! Geschenk auf Zeit/bis sie weiterziehen“, so der 34-Jährige.

Dass dieser Mann für seine Träume Berge versetzen kann, hat Matthias Steiner schon oft vor einem Weltpublikum bewiesen: Geboren in Wien, aufgewachsen in Niederösterreich, begann er schon als Jugendlicher mit dem Gewichtheben. Zur Jahrtausendwende, als er gerade 18 war, wurde die Autoimmunerkrankung Diabetes Typ 1 bei ihm festgestellt – zusammen mit der Offenbarung, er könne sich den Traum vom Leistungssport abschminken. Steiner versuchte es trotzdem, ging seinen Weg, feierte immer größere Erfolge. Nach Streitigkeiten mit dem österreichischen Gewichtheberverband siedelte er nach Deutschland über. Dort heiratete er seine erste Frau, die er tragischerweise ein Jahr vor den Olympischen Spielen, noch vor seiner Einbürgerung, durch einen Autounfall verlor. Doch auch diesen Schicksalsschl! ag überwand er mit viel Kraft: Frisch eingebürgert, gewann Steiner 2008 sensationell Gold in Peking und wurde daraufhin gleichzeitig „Sportler des Jahres“, „Weltgewichtheber des Jahres“ und „Gewichtheber des Jahres 2008 des Bundesverbands Deutscher Gewichtheber“.

Außerdem mit Bravo Otto (Gold) und Bambi ausgezeichnet, gewann er noch ein ganzes Dutzend weiterer Awards, war Weltmeister, Europameister und mehrfach Deutscher und Österreichischer Meister, bevor er 2013 die Langhantel beiseite legte und mit Anfang 30 seine Profisportlerkarriere beendete. Bewegt hatte er in dieser Zeit nicht nur viele, viele Kilogramm, sondern auch die Menschen in Deutschland, Österreich und rund um den Globus – mit seiner Willenskraft, seiner ansteckenden, gewinnenden Art, seiner Bodenhaftung.

Seither hat Matthias Steiner nicht nur 45 Kilo abgenommen, drei Bücher veröffentlicht und ein Online-Ernährungs-und-Fitnessprogramm (Das Steiner Prinzip) entwickelt, sondern ist schon mehrfach erfolgreich ins Rampenlicht zurückgekehrt: Neben ausgewählten TV-Shows  glänzte er 2015 als Tänzer bei „Let’s Dance“ (Platz 3). Und nachdem er sein gesangliches Können schon bei Florian Silbereisen oder auch in „Inas Nacht“ präsentiert hat, startete er ins Jahr 2017 bei „It takes 2“, wo er unzählige Fans für sich gewann – und seine Frau sogar zu Tränen rührte.

„Wenn ich wirklich was will/gibt es nichts was mich hält“, heißt es an einer Stelle dieser wunderschön arrangierten Debüt-LP: Das hört und spürt man vom ersten bis zum letzten Takt. Indem er sich und seinen Fans einen weiteren Traum verwirklicht, legt Matthias Steiner mit „Zurückgeliebt“ ein Album vor, das eindrucksvoll Pop, Rock und Schlager zusammendenkt – und mit diesem Sound für einen Moment die Welt aus den Angeln hebt.

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Quelle: Telamo