Es gibt Alben, die nach einem neuen Kapitel klingen – und dann gibt es Alben, die sich eher wie eine Rückkehr anfühlen. Mit „Good Times“ schlägt Lukas Graham heute genau diesen Weg ein. Auf seinem fünften Studioalbum verbindet der dänische Sänger große Pop-Melodien mit Folk, Bluegrass und Country und blickt dabei zurück auf die Musik, mit der er aufgewachsen ist. Der Titel „Good Times“ klingt zunächst nach unbeschwerter Nostalgie. Ganz so einfach macht es sich Lukas Graham allerdings nicht. Vielmehr geht es um die kleinen Momente, die bleiben, wenn das Leben längst weitergezogen ist: um Gemeinschaft, Familie, Erinnerungen und die Erkenntnis, dass gute Zeiten nicht unbedingt perfekt gewesen sein müssen.
Dass diese musikalische Richtung kein Zufall ist, liegt auch in Lukas Grahams Kindheit. Sein Vater Eugene war großer Fan irischer und amerikanischer Folk-Musik und brachte immer wieder Musiker nach Kopenhagen. Für den jungen Lukas bedeutete das, dass plötzlich Menschen mit Instrumenten im Wohnzimmer saßen, Songs spielten und ihre Geschichten teilten. Jahre später wird genau diese Atmosphäre zum Ausgangspunkt für „Good Times“. Aufgenommen wurde das Album in Nashville und New York – gemeinsam mit Musiker, deren Einflüsse von Folk und Bluegrass bis Country reichen. Statt sich dabei komplett neu zu erfinden, geht Lukas Graham zurück zu den musikalischen Wurzeln, die schon immer Teil seines Songwritings waren. Persönliche Geschichten bleiben das Zentrum, nur das musikalische Gewand wird diesmal deutlich erdiger.
Auch die bisherigen Singles haben diesen Kurs bereits angedeutet: Neben dem Titeltrack gehören „Second Chance“ und „To Know A Girl“ zu den vorab veröffentlichten Songs. Insgesamt umfasst „Good Times“ 13 Tracks. Nach vier Alben und einer Karriere, die mit „7 Years“ weit über Dänemark hinausging, wirkt „Good Times“ deshalb weniger wie ein Neustart als wie eine Rückbesinnung. Lukas Graham braucht hier keine große musikalische Geste. Er erzählt Geschichten, nimmt die Gitarre in die Hand und lässt den Songs Raum. Vielleicht passt genau deshalb der Albumtitel so gut: „Good Times“ handelt nicht davon, die Vergangenheit zurückzuholen. Sondern davon, sie mitzunehmen.
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Quelle: © Universal Music
