ALBUM | Anthony Ramos „The Good & The Bad“ | ab sofort im Handel erhältlich

Echtes Talent bahnt sich immer seinen Weg. Früher oder später wird es entdeckt – ganz gleich, ob nun auf der Bühne, auf der Leinwand, im Aufnahmestudio. Anthony Ramos aus New York ist so ein Talent. In bescheidenen Verhältnissen in Bushwick aufgewachsen, spielte er als Kind viel Baseball, sang Motown-Klassiker im Chor. Und ging eines Tages zum Casting für das gefeierte Broadway-Musical „Hamilton“, das später bei den TONY und den GRAMMY Awards ausgezeichnet wurde. Er bekam die Rolle. Und spielte wenig später auch im Oscar-prämierten Film „A Star Is Born“ an der Seite von Lady Gaga und Bradley Cooper.

Die Reise des jungen US-Amerikaners mit puerto-ricanischen Wurzeln, die von Brooklyn erst zum wenige Meilen entfernten Broadway und dann weiter nach Hollywood führen sollte, fungiert nun als Inspirationsquelle für sein erstes musikalisches Statement – sein Debütalbum, das am 25.10. bei Republic Records erscheint.

Da seine alleinerziehende Mutter im abgehängten Teil von Brooklyn alle Hände voll zu tun hatte, war es dem Engagement einer Lehrerin zu verdanken, dass Anthony Ramos ein Stipendium für die Akademie der darstellenden Künste bekommen sollte. „Sie hat damals meine Träume geschultert und für mich gekämpft“, erinnert sich Anthony an diese frühe Weichenstellerin und Mentorin. 2011 war er fertig mit der Schule. Es folgten drei Jahre, in denen es noch nicht so richtig gut lief. Bis er die damals eingeführte Doppelrolle von John Laurens/Philip Hamilton im Broadway-Hit „Hamilton“ landete.

Es folgten weitere Rollen: In Spike Lees gefeierter Netflix-Serie „She’s Gotta Have It“, im bereits erwähnten Oscar-Abräumer „A Star Is Born“ und auch in „Godzilla II: King Of The Monsters“. Während er kürzlich erst die Dreharbeiten zur Lin-Manuel Mirandas Broadway-Verfilmung „In The Heights“ abgeschlossen hat (der Film von Regisseur Jon M. Chu kommt 2020), in der er die Hauptrolle spielt, konnte Ramos für Spike Lees Serie „She’s Gotta Have It“ auch schon als Songwriter und Sänger aktiv werden: Er komponierte dafür unter anderem den Song „Cry Today, Smile Tomorrow“.

Die Musik, die schon immer eine zentrale Rolle in seinem Leben gespielt hatte, war von Anfang an eng verbunden mit seiner schauspielerischen Karriere. 2018 fasste er dann den Entschluss, die Bereiche temporär zu entkoppeln, sich für eine Zeit voll und ganz auf den Gesang und das Songwriting zu konzentrieren. Nachdem er auch für Lin-Manuel Mirandas Benefiz-Single „Almost Like Praying“ am Mikrofon gestanden hatte, ging er in sich und entwickelte seinen eigenen Sound: eingängig, zeitgenössisch, klar im Soul verwurzelt – eine eigene Handschrift. Er tat sich mit dem Produzenten Will Wells (Logic, Pentatonix) zusammen und nahm die EP „The Freedom“ für sein eigenes Label Whole Team Winnin’ auf: eine vertonte Reaktion auf die jüngsten Entwicklungen in der Welt und die Nachwehen der letzten US-Präsidentschaftswahl. Billboard Magazine & Co. wurden sofort hellhörig, weshalb Anthony Ramos wenig später seinen Vertrag mit Republic Records unterzeichnen konnte…

Wieder fackelte Ramos nicht lange, sondern begann sofort mit der Arbeit am ersten Album: Das kommende Debüt klingt auch deshalb so energisch und eindringlich, weil es aus einer ganz besonderen Stimmung, in einer ganz besonderen Phase entstanden ist. Nach gerade mal anderthalb Monaten war alles im Kasten. „Diese Songs kamen wie von selbst, sie wollten einfach raus“, erinnert sich der New Yorker. „Wir hatten auf keinen Fall damit gerechnet, dass alles nach sechs Wochen schon steht. Geplant war das nicht, aber das Zeug kam einfach, die Ideen sprudelten regelrecht hervor. Insgesamt haben wir in 30 Tagen wohl so um die 25 Songs geschrieben.

Schon vorweg präsentiert er einen musikalischen Tagebucheintrag, den Song „Dear Diary“: Eingerahmt von Bluesgitarre, sonnigen Tamburinklängen und ergreifenden Klaviermelodien, richtet er sich an seine Mutter und den Rest seiner Familie: „Hey there, momma. Can you tell me how you been? I know I said I’d be back in two months and I’ve been gone ever since…I’m doing the best I can to see who I really am.“ Die lange Trennung von der Familie, eine Selbstsuche in der Ferne, aber nichts für ungut: Spätestens der optimistische Refrain wischt alle Fragen und Sorgen der letzten Jahre weg…

Die Single ist mein Brief an mein Zuhause“, holt er aus. „Ich sage damit: ‘Ich liebe euch alle, aber ich muss momentan einfach an einem anderen Ort sein.’ Und natürlich hat das auch wehgetan. Auch um meinen Vater geht’s da, um schwierige Situationen, die wir hatten. In der Bridge gehe ich dann alle meine Kindheitsfreunde durch, mit denen ich früher im Park gespielt habe. Da steckt wirklich alles drin, was ich liebe, was mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin. Nur letztlich muss ich es zurücklassen und gehen. Darum geht’s bei ‘Dear Diary’.

Ein bezeichnender Titel: Denn auch auf Albumlänge öffnet sich Anthony Ramos wie nie zuvor und erzählt eine Geschichte, die sehr viel persönlicher ist als seine gefeierten Bühnendarstellungen. „Ja, es geht hier nun mal um mich, um meine Reise“, sagt er abschließend. „Ich lasse da nichts aus, spreche alle Höhen und Tiefen an. Es geht um Menschen, die mir früher viel bedeutet haben, mir nach wie vor viel bedeuten, die ich einfach liebe. Es geht um Beziehungen zu anderen Menschen, um mich, wie ich aufgewachsen bin, wie sich das damals angefühlt hat, und was heute daraus geworden ist. Echt krass ist das. Mann, einfach alles steckt da drin.

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Quelle: Republic Records